100 Tage

100 Tage

Was sind 100 Tage in einer Amtszeit? Eigentlich nicht viel. Bei einer Amtszeit von knapp 600 Tagen, ist das immerhin ein sechstel der Zeit. Wenn ich überlege, was in den 100 Tage geschehen ist, muss ich leider zugeben noch nicht viel. Man könnte sagen: Die Baugenehmigung für den Spielplatz ist endlich da. Nicht mein verdienst. Die Personalsituation der Kindertagesstätte hat sich verbessert. Auch nicht mein verdienst. Es gibt Bewegungen mit den verschiedenen Bebauungsplänen, der Ausbau der Kindertagesstätte, etc. Diese Themen wurden auch vor meiner Amtszeit angefangen und ich verwalte sie nur. Da fragt man sich zurecht, was macht ein Bürgermeister da eigentlich. Wofür bekommt der unsere Steuergelder. Berechtigte Fragen. Die könnte man, so denke ich in jede politische Größenordnung führen. Was machen die eigentlich für unsere Steuergelder.

Was ich aber merke ist, dass Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger jemanden suchen, den Sie greifen und ansprechen können, der vor Ort ist, Land und Leute kennt. Das ist mir in diesen 100 Tagen bereits bewusst geworden. Und es freut mich, dass Sie den Weg in die Sprechstunden (Dienstags 19:00 – 20:00 Uhr im DGH 1. OG) suchen, mich auf der Straße ansprechen oder schauen, wenn im Büro das Licht brennt und die Tür offen ist, einfach reinkommen und das Gespräch suchen. Genau das ist es, wo Politik für mich Spass macht. Der direkte Kontakt zu Ihnen. Kein kühles Telefonat oder eine emotionslose E-Mail, auch wenn das ab und an vorkommen wird.

Der ein oder andere Verwaltungsmitarbeiter wird sicherlich auch schon gemerkt haben, dass ich ein sehr nachfragender (sicherlich auch zuweilen nerviger) Ortsbürgermeister bin, um an Informationen zu kommen, die benötigt werden, um Themen voranzutreiben. Ich könnte mich hierfür entschuldigen, aber das liegt in meinem Naturell.

In den bisherigen 100 Tagen Amtszeit habe ich aber auch gemerkt, das Personalführung eines ehrenamtlichen Vereines nicht gänzlich zu unterscheiden ist, mit Mitarbeitern einer Gemeinde. Jeder ist hier ein Individuum und das ist auch gut so. Jeder, der für die Ortsgemeinde tätig ist, trägt seinen Teil dazu bei, so wie ich es bereits an Weihnachten gesagt hatte, Grolsheim zu einem Besonderen Ort zu machen. Und ich bin stolz, mit Ihnen arbeiten zu dürfen.

Nach 100 Tagen will ich aber auch nicht vergessen, das demokratische Politik immer vom Volke, also von Ihnen ausgeht und ich hoffe, dass ich den ein oder anderen Zweifel an mir als Person in diesem Amt etwas entkräften konnte. Nicht alle Entscheidungen, die in einem solchen Amt getroffen werden, stoßen auf Anklang, doch hoffe ich weiterhin auf Ihre Offenheit und Ehrlichkeit mit mir ins Gespräch zu kommen, um gemeinsam Grolsheim weiter zu formen.

Abschließend freue ich mich auf die fast 500 Tage die noch vor mir liegen. Denn hier ist nicht jeder Tag wie der andere.

Ihr Florian Hanau

(Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern in diesem Artikel die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.)

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