Erweiterung des Gewerbeparks in der Gemarkung Grolsheim unwahrscheinlich

Erweiterung des Gewerbeparks in der Gemarkung Grolsheim unwahrscheinlich

Alle Grundstücke im Gewerbe- und Industriepark Bingen/Grolsheim sind vergeben. Aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage von kleinen Gewerbebetrieben und mittelständigen Unternehmen wurde schon vor Jahren eine Erweiterung besprochen.

Die Erweiterung in Richtung Grolsheim wurde schon früh ausgeschlossen. Am machbarsten gestaltete sich planerisch die Erweiterung „Nordwest“ welche nördlich der Ortslage von Sponsheim verlaufen würde. Nach den ersten öffentlichen Besprechungen dazu im Zweckverband haben sich Bürger:innen von Sponsheim zusammengeschlossen und eine Unterschriftenliste gegen die Erweiterung gesammelt, da sich von Gewerbeflächen umschlossen fühlen und ihre Naherholung und Landwirtschaft gefährdet sehen.

Daraufhin haben sich die Grolsheimer Mitglieder des Zweckverbandes dafür ausgesprochen die Variante Erweitung „Ost“ nochmal im Detail zu prüfen. Diese wurde zunächst weniger beachtet, da hier eine große Hochspannungs-Überlandleitung verläuft. Dennoch wurde diese Variante aufgrund der Bestrebungen im Zweckverband vom Planungsbüro weiter verfolgt. Da diese im Dreieck "Eisenbahn-Autobahn-Landstraße“ und weiter von Wohnbebauung weg liegt, wirkte die Fläche durchaus interessant als Gewerbefläche.

Das Ergebnis ist nun da und es wurde festgestellt, dass eine Erweiterung in dieser Fläche für praktisch nicht durchführbar bewertet wurde. Hier folgt die Begründung:

Die Fläche umfasst insg. rd. 45 ha (32 ha nördlich der L420 + 13 ha südlich der L420), davon entfallen ca. 24 ha auf die Gemarkung Bingen und 21 ha auf die VG Sprendlingen-Gensingen (Grolsheim und Gensingen).

Im Osten der Fläche befinden sich Vorranggebiete für die Landwirtschaft (ockerfarben im ROP). An zentraler Stelle wird die Fläche von einer Grünzäsur überlagert (grüne Schraffur im ROP). Grünzäsuren dienen der Sicherung zusammenhängender Freiräume, sodass eine Bebauung hier grundsätzlich unzulässig ist.

Somit liegen hier regionalplanerische Zielkonflikte mit den Zielen 53 und 83 des Regionalen Raumordnungsplanes vor. Für Ziele der Raumordnung gilt eine Zielbeachtungspflicht.

Neben entgegenstehenden Zielen der Raumordnung beschneiden diverse Restriktionen wie Schutzstreifen und Abstandsflächen zu Verkehrswegen, Leitungstrassen und Aspisheimer Graben die Fläche.

Aus den obigen Gründen ist gemäß der landesplanerischen Stellungnahme von der Darstellung dieser Fläche im FNP abzusehen. Die Fläche wird seitens der Planungsgemeinschaft und der SGD Süd aufgrund der Restriktionen und fehlender Eignungsvoraussetzungen nicht als Potentialfläche gesehen. Aus Sicht der SGD besteht kein Raum für die Durchführung eines Zielabweichungsverfahrens (ZAV).

Weiteres Vorgehen:

Im Zuge der Neuaufstellung des FNP der Stadt Bingen soll die Erweiterungsfläche „Ost“ aufgrund der Restriktionen gänzlich unberücksichtigt bleiben, auch, da hier seitens der SGD Süd keine Möglichkeiten zur Durchführung eines ZAV gesehen werden. Die Fläche „Ost“ wird auch im regionalen Gewerbeflächenkonzept der Planungsgemeinschaft und somit in der 3. Teilfortschreibung des ROP keine Berücksichtigung finden (hierzu s.u.).

Aus diesem Grund wird mangels Alternativen die Erweiterung „Nordwest“, nördlich von Bingen-Sponsheim weiter geprüft. Hier laufen weitere planungsrechtliche Schritte bei der Stadt Bingen.

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