Historischer Arbeitskreis zeigte mehr als „nur“ 200 Fotos aus Grolsheims Vergangenheit

Historischer Arbeitskreis zeigte mehr als „nur“ 200 Fotos aus Grolsheims Vergangenheit

Text und Bilder von: Hilke Wiegers

Die große Original-Schiefertafel aus der alten Grolsheimer Schule, eine alte Bank aus dem Rathaus, auf dem einst Grolsheimer Ratsmitglieder Platz fanden, die wunderschöne, fast 100-jährige Flagge des Musik-Vereins Einigkeit, unzählige alte Gerätschaften aus Alltag und Landwirtschaft und mehr als 200 Bilder – all das hatte der Arbeitskreis „Historisches Grolsheim“ für seine kleine Ausstellung anlässlich der Grolsheimer Kerb in der Nahelandhalle zusammengetragen.

Auf neun Tafeln waren überraschend viele Fotos aus der „guten alten“ Zeit zu sehen, als es in Grolsheim noch viel Landwirtschaft gab, die Kinder noch unbeschwert auf den fast autoleeren Straßen spielen konnten und fast jeder Haushalt Hühner, Ziegen und Schweine zur Selbstversorgung hielt. Über die Nahe ging eine Fähre, Ochsenkarren bestimmten das Straßenbild und an der Milchsammelstelle traf sich die Grolsheimer Dorfjugend. Stolz präsentieren sich auf den Fotos die Grolsheimer Turner und der Musik-Verein „Einigkeit“ und in einer liebevoll ausstaffierten Vitrine sind kleine historische Kostbarkeiten wie ein hölzernes Feder-Döschen, ein in verschnörkelter Handschrift verfasstes Koch- und Backbuch sowie Erinnerungen an die sportlichen Spitzenleistungen des Grolsheimer Angelsportvereins „Ukelei“ zu sehen.

Angesichts des durchwachsenen Wetters strömten zwar keine Massen von Besucher:innen in die Nahelandhalle, doch wer kam, der blieb meist länger. Schaute sich die alten Luftaufnahmen an, staunte nicht schlecht, wenn er oder sie bekannte Gesichter entdeckte und tauschte sich mit seinem Nachbarn über manche kleine Entdeckung aus. Die zentral auf einem Tisch drapierten alten Haushalts- und Landwirtschaftsgerätschaften, wie einem Spinnrad, einer Milchkanne oder eisernen Schlittschuhen, gaben manchem Betrachter auch Rätsel auf. Dieses seltsame Ding mit Hörer und Wählscheibe (ein altes Telefon aus den 1950er Jahren) wirkte insbesondere auf die Kinder, die mittlerweile fast nur noch Handies können geradezu exotisch.

Viel zu schnell ging der Kerbe-Sonntag vorbei und alles musste vom Grolsheimer Arbeitskreis wieder sorgfältig eingepackt und zuhause verstaut werden. Viel Arbeit für dieses kurzweilige Vergnügen, für das sich Ortsbürgermeister Matthias Hang bei den Ehrenamtlichen, aber auch den Spendern der Ausstellungsstücke, in seiner Eröffnungsrede der Ausstellung herzlich bedankte.

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