Weihnachten anno dazumal!

Eindrücke vergangener Zeiten

Weihnachten anno dazumal!

(von: Hilke Wiegers)

Weihnachten 1928. Fast 100 Jahre ist es her, dass diese Grolsheimer Kinder, (v.l.) Willfried, Edith und Anneliese Emrich (verh.Frick) vor dem Weihnachtsbaum mit ihren Spielzeugen posierten. Nicht jede Familie konnte sich, wie die Familie Emrich, die die Grolsheimer Post und einen kleinen Kolonialwarenladen betrieb, einen Fotoapparat leisten, mit dem man Familienfeiern wie diese festhalten konnte. (Foto: Sammlung Emrich/Frick)

Das waren noch kalte Winter in Grolsheim. Grolsheimer auf der zugefrorenen Nahe im März 1929. Ein Abenteuer war es, von Scholle zu Scholle zu springen. Ein Alptraum, wenn das Tauwetter begann.

Katastrophale Hochwasser bedrohten Grolsheim, wie alle Orte an der Nahe, in den 1920er Jahren fast jedes Jahr. Und so berichtet die Mittelrheinische Volkszeitung am 11. März 1929 auch von Gensingen und Grolsheim: „Überschwemmung. Der Wiesbach brachte in der Nacht von Freitag auf Samstag so viel Wasser, dass sich das Eis staute und das Wasser über die Ufer drückte.“ 1925 traf es Grolsheim besonders schlimm. Da überschwemmte die Nahe Ende Dezember 1925 knapp 300Morgen des besten Grolsheimer Ackerlandes. Von Grolsheim bis Laubenheim glich die Nahe einem großen See.

Krippenspiel in Grolsheim 1941. Eine ganze Schar von Kindern posiert mit Pfarrer Wilhelm Trautmann vor der evangelischen Kirche in Grolsheim. Der Junge mit der Schiebermütze, der vor Pfarrer Trautmann steht, ist der Grolsheimer Altbürgermeister Karl-Heinz Hahn. Der Weihnachtsgottesdienst fand in Grolsheim an Heiligabend in der Regel um 17:00 Uhr statt. Er war in mehrfacher Hinsicht für die Kinder aufregend - zum einen wegen des Lampenfiebers vor dem Krippenspiel und zum anderen wegen der Vorfreude auf die Bescherung zuhause. Diese wurde währenddessen von den Erwachsenen, die ausnahmsweise nicht mit im Gottesdienst waren und vorgegeben hatten, das Vieh versorgen zu müssen, vorbereitet. (Foto: u.a. Sammlung Hahn)

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